Gewinner des 

Sonderpreises 

des Wiener 

Konzerthauses

(Biber - Wettbewerb 2019)

DUE ORATORI

Antje Becker – Traversflöte

Ondrej Bernovsky – Cembalo

Jenseits des ihm gewidmeten Solorepertoires der Musik des 17./18. Jahrhunderts tritt das Cembalo in der Regel als Continuo-Instrument mit der Realisierung der bezifferten Bassstimme in Erscheinung. Seit etwa der Jahrhundertwende jedoch begannen einzelne Komponisten, es aus der Begleitfunktion herauszulösen und der rechten Hand des Cembalisten eine Rolle als eigenständiger „Dessus-Part“ zuzudenken, indem sie diese ausgeschrieben auch notierten. Auf diese Weise entstanden Triosonaten, die von nur 2 Spielern ausgeführt wurden: Beispielsweise von dem Flötisten und der rechten Hand des Cembalisten, die die zwei Solostimmen vertraten, und von der linken Hand des Tastenspielers, die sich um die (einfache) Bassstimme kümmerte. Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Joseph Bodin de Boismortier gehören zu den ersten, die sich auf diese Weise kompositorisch betätigten und eine Reihe von Werken explizit für obligates Cembalo (das heißt: mit ausgeschriebener Stimme) und Dessus schrieben, gefolgt von der nächsten Generation (wie den Bach-Söhnen), die musikalisch-stilistisch bereits neue Bahnen einschlug.


Diesem als Meilenstein der Kompositions- beziehungsweise Gattungsgeschichte fungierende Repertoire widmet das Ensemble Due/Tre Oratori seine Arbeit: 


Antje Becker und Ondrej Bernovsky lernten sich im Spätsommer 2016 im Rahmen ihres Studiums am Institut für Historische Aufführungspraxis an der Hoogeschool voor de Kunsten (HKU) in Utrecht (NDL) kennen. Nach zahlreichen gemeinsamen Kammermusikprojekten in der Abteilung schlossen sie sich schließlich zunächst als Due Oratori zusammen und erarbeiteten fortan gezielt Werke für obligates Cembalo und Flöte. Es folgten Konzerte im In- und Ausland, wie beispielweise im Rahmen der "additional concerts" des BRQ Baroque Music Festival Vantaa (FIN) und der Fringe Concerts des Oude Muziek Festival Utrecht (NL). 

Beim Internationalen H. I. F. Biber - Wettbewerb 2019 gewann das Ensemble den Sonderpreis des Wiener Konzerthauses.

Carl Philipp Emanuel Bach Sonate G-Dur für Cembalo und Flöte Wq 86 Allegro

Im Dezember 2018 nahm das Ensemble seine erste CD mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach, Franz Xaver Richter, Joseph-Bodin de Boismortier, Georg Philipp Telemann und einer Erst-Einspielung von Mathias Leffloth auf. Gefördert wurde die CD-Produktion u.a. von der Jeanne d’Art Kulturstiftung, der Franz-und-Christel-Kuhlmann-Stiftung sowie dem Prins Bernhard Cultuurfonds.

Diese Website verwendet Cookies. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für Details.

OK