DUE ORATORI/TRE ORATORI

Antje Becker – Traversflöte

Ondrej Bernovsky – Cembalo

Oleg Belyaev – Barockcello

Jenseits des ihm gewidmeten Solorepertoires der Musik des 17./18. Jahrhunderts tritt das Cembalo in der Regel als Continuo-Instrument mit der Realisierung der bezifferten Bassstimme in Erscheinung. Seit etwa der Jahrhundertwende jedoch begannen einzelne Komponisten, es aus der Begleitfunktion herauszulösen und der rechten Hand des Cembalisten eine Rolle als eigenständiger „Dessus-Part“ zuzudenken, indem sie diese ausgeschrieben auch notierten. Auf diese Weise entstanden Triosonaten, die von nur 2 Spielern ausgeführt wurden: Beispielsweise von dem Flötisten und der rechten Hand des Cembalisten, die die zwei Solostimmen vertraten, und von der linken Hand des Tastenspielers, die sich um die (einfache) Bassstimme kümmerte. Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Joseph Bodin de Boismortier gehören zu den ersten, die sich auf diese Weise kompositorisch betätigten und eine Reihe von Werken explizit für obligates Cembalo (das heißt: mit ausgeschriebener Stimme) und Dessus schrieben, gefolgt von der nächsten Generation (wie den Bach-Söhnen), die musikalisch-stilistisch bereits neue Bahnen einschlug.

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Carl Philipp Emanuel Bach Sonate D-Dur für Cembalo und Flöte Wq 83 Allegro

Joseph Bodin de Boismortier - Sonate D-Dur für Violine (Flöte), Cello und Basso Continuo Nr.6 Op. 50, Largo

Diesem als Meilenstein der Kompositions- beziehungsweise Gattungsgeschichte fungierende Repertoire widmet das Ensemble Due/Tre Oratori seine Arbeit: 

Antje Becker und Ondrej Bernovsky lernten sich im Spätsommer 2016 im Rahmen ihres Studiums am Institut für Historische Aufführungspraxis an der Hoogeschool voor de Kunsten (HKU) in Utrecht (NDL) kennen. Nach zahlreichen gemeinsamen Kammermusikprojekten in der Abteilung schlossen sie sich schließlich zunächst als Due Oratori zusammen und erarbeiteten fortan gezielt Werke für obligates Cembalo und Flöte. Im Sommer 2017 konzertierte das Ensemble im Rahmen der Fringe Concerts sowohl des Oude Muziek Festival Utrecht (NDL) als auch des BRQ Baroque Festival Vantaa (FIN). Das Repertoire entlang der Zeitachse erweitern und bei Bedarf als „Exkurs“ gattungstechnisch auch einmal breiter fassen zu können, gesellt sich seit Winter 2017 Oleg Belyaev regelmäßig in der Formation der Tre Oratori mit dem Barockcello dazu.

Carl Philipp Emanuel Bach Sonate G-Dur für Cembalo und Flöte Wq 83 Allegro

Im Dezember 2018 nahm das Ensemble seine erste CD mit Werken vonCarl Philipp Emanuel Bach, Franz Xaver Richter, Joseph-Bodin de Boismortier, Georg Philipp Telemann und einer Erst-Einspielung von Mathias Leffloth auf. Gefördert wurde die CD-Produktion u.a. von der Jeanne d’Art Kulturstiftung, der Franz-und-Christel-Kuhlmann-Stiftung sowie dem Prins Bernhard Cultuurfonds.

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